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Veröffentlicht 21. April 2022

Qvest realisiert hochmoderne und leistungsstarke Color-Grading-Suite für den SWR

Gestochen scharfe Bilder, brillante Farben: Fernsehen in HD-Qualität bietet Zuschauern ganz besondere Erlebnisse – vorausgesetzt, das Originalmaterial gibt es her. Ein wichtiger Schritt in der Postproduktion ist das Color Grading. Damit lässt sich vor allem bei redaktionellen Produktionen unter schwierigen Bedingungen aufgezeichnetes Material korrigieren und sendekonform gestalten. So auch beim Südwestrundfunk (SWR). Für den öffentlich-rechtlichen Sender hat Qvest eine Farbkorrektursuite mit fünf Arbeitsplätzen realisiert. Die Inhouse-Expertise kommt nicht nur bei journalistischen Formaten zum Einsatz, sondern auch bei Flaggschiff-Produktionen der ARD wie dem Tatort. Hier bestimmen die Coloristen Farben, Kontrast und Helligkeit – und damit den Look eines Films.

Komfortables, intuitives und ausfallsicheres Color Grading

Der SWR hatte sich zum Ziel gesetzt, die vorhandene technische Infrastruktur für professionelle Farbkorrekturen umfassend zu modernisieren. Hard- und Softwarekomponenten sollten über eine sehr hohe Leistungsfähigkeit verfügen, damit die Coloristen des Senders sämtliche Arbeitsschritte rund um Farbkorrekturen komfortabel, intuitiv und ausfallsicher ausführen können. Entsprechend hoch waren die Anforderungen. Dazu sagt Marc Weckenmann, verantwortlicher Projektleiter beim SWR: „Für die Erneuerung unserer Farbkorrektur in Baden-Baden war uns die Implementierung einer Infrastruktur wichtig, die mit innovativen Technologien und Workflows als ‚State of the Art‘ gelten kann.“

Performance für höchste Anforderungen

Technologische Basis sollte daher das renommierte High-End-System Baselight des Spezialisten Filmlight sein. „Außer Baselight konnte kein anderes Color Grading-System die in der Ausschreibung definierten Anforderungen in vollem Umfang abdecken“, sagt Jannik Altgen, Solutions Architekt bei Qvest. „Auf dieser Grundlage haben wir als Generalunternehmer eine Farbkorrektur-Umgebung geschaffen, in die sich die nach unserem Best-of-Breed-Prinzip gewählten Produkte problemlos einfügen.“ 
Die neue IT-Architektur für die Color Grading-Suite wurde mit einem 100-Gbit/s-Netzwerk umgesetzt. Dessen Herzstück ist ein zentraler Netzwerkspeicher mit einer Kapazität von 720 Terabyte (TB). Seine Performance von 10 GB/s beim Lesen und 6 GB/s beim Schreiben ist auch für größere Anforderungen in der Netzwerk-Infrastruktur ausreichend bemessen.

Insgesamt hat Qvest fünf Arbeitsplätze realisiert: zwei Grading-, zwei Assistenz-Plätze sowie einen Administrator-Platz. Die beiden Grading-Plätze sind jeweils mit einem Baselight-2-System sowie einem Blackboard-2-Panel ausgestattet. Für die farbkritische Bildbeurteilung kommen in den Suiten Klasse-1-Displays von Sony des Typs BVM-X300 V2 sowie HX-310 zum Einsatz. Die Farbkorrektur mit DPX-Sequenzen ist außerdem an allen Arbeitsplätzen mit Auflösung von 2160p/50 möglich.

Hochflexible Arbeitsplätze

Die Arbeitsplätze sind mit einem 50-Gbit/s-Netzwerk in die Infrastruktur eingebunden und damit für einen Datentransfer unkomprimierter Videosignale in Ultra High Definition (UHD) mit 50p ausgelegt. Einen wichtigen Beitrag liefert hier das 4K-KVM-System mit Tradeswitching von Guntermann & Drunck (G&D). Jeder der Arbeitsplätze ist mit bis zu drei KVM-Konsolen ausgestattet. Die High-Performance-Workstations dagegen wurden in einen klimatisierten Serverraum ausgelagert. Das gesamte Team arbeitet dadurch unter deutlich besseren Bedingungen – an hochflexiblen Arbeitsplätzen mit niedrigem Geräuschpegel, weniger Wärmeemissionen und mehr Platz. Die Coloristen haben vollen Zugriff auf die Rechner – in Echtzeit und bei voller Performance. Jannik Altgen: „Kurze Kabelwege ermöglichen hohe Bandbreite. Dadurch erreichen wir im System eine flüssige Wiedergabe von 4K-DCPs bei 50 Vollbildern je Sekunde. Außerdem schafft die KVM einfache Support- und Administrationsworkflows: Jeder Rechner lässt sich über Maus und Tastatur von jedem Arbeitsplatz in der Suite ansteuern und bedienen. Das bedeutet: Die einzelnen Arbeitsplätze können von einem der anderen Tische übernommen werden – auch das ist nicht in vielen Postproduktionsumgebungen so.“

color grading suite for SWR
color grading suite for SWR
color grading suite for SWR

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Die gesamte Installation erfolgte pandemiebedingt unter erschwerten Bedingungen. „Ein besonderes Lob gilt den Monteuren vor Ort. Sie haben viele Stunden am Stück körperlich hart gearbeitet – natürlich mit Maske. Das hat es nicht einfacher gemacht“. Darüber hinaus hat die Pandemie auch zu Lieferverzögerungen geführt. So mussten die KVM-Systeme zunächst ohne die dafür vorgesehenen Monitore in Betrieb genommen werden. Die Integration der Windows- und Linux-Clients sowie die Feinabstimmung von Monitor, KVM und Client wurde deutlich erschwert. Daniel Erpilev, Solutions Architect bei Qvest: „Beides hat zwar einen beträchtlichen Mehraufwand verursacht. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit G&D, Filmlight und dem SWR verliefen Installation und Aufbau aber absolut nach Plan.“ Alle Arbeitsplätze der Farbkorrektursuite wurden mit individuell angepassten Möbeln und Konsolen ausgestattet, um eine ergonomisch und technisch optimale Bild-Evaluierung zu ermöglichen. Tische und Panels sind stufenlos höhenverstellbar. Die Sideboards wurden außerdem darauf vorbereitet, Ingest-Peripherie-Equipment anzubinden.

„Auch für die Zukunft bestens gerüstet“

Die Umsetzung markiert einen neuen Maßstab im Colorgrading – vor allem hinsichtlich des Integrationsgrads sowie der gewählten Hard- und Software. Dazu noch einmal Marc Weckenmann vom SWR: „In der gemeinsamen Projektarbeit mit den Experten von Qvest und Filmlight konnten wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen. Unsere Coloristen können jetzt Farbkorrekturen auf einem ganz neuen Niveau umsetzen und den Zuschauern am Bildschirm ein besonders eindrucksvolles Farberlebnis bieten. Damit verfügt das Team jetzt über technische Möglichkeiten, mit denen es bestens gerüstet ist für heutige und zukünftige Produktionen.“

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